Bericht aus der Schwäbischen Zeitung

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Team des SVB | © SV Beuren

Isny / sz – Topfavorit? Nein, das sei der SV Beuren ganz gewiss nicht. Trainer Marco Mayer und Vereinsvorsitzender Remig Albrecht gehen die allererste Fußball-Bezirksligasaison vielmehr mit, wie sie sagen, Realismus an: “Besser als Platz zehn ist okay.”

“Am Ende der Saison 11/12 standen wir auf dem zehnten Platz in der Kreisliga B”, weiß Albrecht nur zu gut, wo der SV Beuren herkommt. Seitdem hat der Verein eine ungeheure Entwicklung genommen, die untrennbar mit dem Namen Marco Mayer verknüpft ist. Mit ihm als Aushängeschild gelang es dem SVB, ehemalige, nun höherklassig spielende Beurener zurückzuholen und aus den guten Individualisten ein schlagkräftiges Team zu formen.

Eine Mannschaft, die vergangene Saison die Kreisliga A III nach Belieben beherrschte, den Gegnern durchgängig taktisch und spielerisch klar überlegen war. Damit werde es nun vorbei sein, sagt Albrecht: “Jetzt müssen wir auch kämpfen, jetzt heißt es beißen.”

Dass viele Konkurrenten in der Liga und auch viele Außenstehende den SV Beuren ganz oben auf der Liste der Meisterfavoriten haben, nehmen Mayer und Albrecht dabei zur Kenntnis – und haben angesichts der zurückliegenden Erfolge ihres Teams auch Verständnis dafür.

Doch die Realität sei eben eine andere. “Wir haben mit Christian Karrer, Mathias Martello und Christian Reischmann drei namhafte Neuzugänge und dazu sieben aus der A-Jugend. Doch sie müssen sich erst noch ins Team integrieren. Dazu kommt, dass wir mit Christian Jacob und Peter Herrmann zwei wichtige Stützen verloren haben. Sie waren zusammen an mehr als der Hälfte unserer Tore beteiligt, und es wird spannend, wer sie ersetzen kann.”

“Wir haben keinen klassischen Zentrumsstürmer mehr”, sagt Mayer, “daher müssen wir unser Spiel komplett umstellen.” Die nun möglichen und notwendigen taktischen Varianten wollte er vor der Saison einstudieren, doch Urlaubszeit und Verletzungen machten Mayer da einen Strich durch die Rechnung.

Titelfavorit sind andere

Der Trainer, der selbst auch weiterhin auf dem Platz stehen will, rechnet daher sogar mit einem holprigen Auftakt. “Die ersten fünf, sechs Spiele werde ich nicht überbewerten. Eventuell legen wir sogar einen schlechten Start hin.” Erst ab Mitte oder Ende September werde sein Team sein wahres Leistungsvermögen wohl erreicht haben. Titelfavoriten sind für ihn der FC Isny und der TSV Heimenkirch.

Bange ist den Verantwortlichen des SV Beuren indes nicht. Das Wort “Abstieg” fällt im Saisonvorgespräch nicht ein einziges Mal. Vielmehr streichen Mayer und Albrecht das Positive heraus, das den SV Beuren heutzutage auszeichnet. “Bei uns passt’s, auf dem Feld und daneben”, sagt Mayer. “Wir haben Spaß, auch ohne Spiel.” Und ganz wichtig sei: “Bei uns gibt’s kein Geld, aber auch keinen Druck. Dafür jede Menge Euphorie in der Mannschaft und bei den Fans, die uns zu Hause und auswärts enorm unterstützen.” Dazu kommt laut Mayer schließlich eine Vereinsführung, “die uns toll unterstützt. Wir haben hier fast schon professionelle Bedingungen.”

Albrecht spielt diesen Ball zurück: “Marco Mayer ist ein absoluter Leader mit großer Erfahrung, die er in beeindruckender Weise auch weitergeben kann. Er und sein Team haben ganz Großes geleistet.”

Mayer, der kürzlich die Trainerlizenz erlangt hat, sieht das Ende dabei noch nicht erreicht: “Wichtig ist, dass wir uns weiterentwickeln, zu einem Team zusammenwachsen und die Spieler zufrieden sind.” Wenn dann noch am Ende Platz zehn oder besser herausspringt, ist die Saison für ihn “okay”.