“Das wird ein rich­tig gei­les Spiel”

“Das wird ein rich­tig gei­les Spiel”

Frühschoppenderby am Sonntag in der Fußball-Bezirksliga: Der SV Beuren empfängt den FC Isny

Von Steffen Lang 1. Oktober 2015

Isny – Für die Mannschaften und ihre Fans ist das bevorstehende Fußballderby sicherlich das Spiel des Jahres: Am Sonntag, 4. Oktober, empfängt in der Bezirksliga der SV Beuren den FC Isny zum Frühschoppenspiel. Es ist das erste Punktspiel dieser beiden Teams gegeneinander.

Denn es geht nicht nur um die derzeitige fußballerische Vorherrschaft in Isny. Für beide Teams stehen auch generell drei wertvolle Punkte auf dem Spiel. Gastgeber Beuren braucht sie, um weiter in der Spitzengruppe mitzumischen, die Gäste aus Isny bemühen sich nach einem Fehlstart um den Anschluss ans Tabellenmittelfeld.

Vor der Saison wären die Karten vor dem Derby klar verteilt gewesen. Der FC Isny erklärte sich damals selbst zum Titelkandidaten, der SV Beuren hatte den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben. Mittlerweile sind die Rollen gänzlich anders. Der SVB steht auf dem zweiten Tabellenplatz, der FC Isny ist trotz des jüngsten Siegs (und einem Trainerwechsel) gerade mal Tabellen-14.

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© SV Beuren

Mayer: "Isny ist Favorit"

Von dieser Konstellation dürfe man sich nicht blenden lassen, warnt der Beurener Trainer Marco Mayer. "Isny ist von der Qualität des Kaders her Favorit", sagt er. Mental sieht der Beurener Coach freilich sein Team ein Stück weit im Vorteil: "Wir sind der Aufsteiger und könne ohne jeglichen Druck in die Partie gehen, weil wir besser dastehen, als wir uns vor der Saison erhofft haben. Der FC Isny ist auf einem Abstiegsplatz, hatte ganz andere Erwartungen und steht daher unter Zugzwang."

Letztlich aber, so ist Mayer überzeugft, würden am Sonntag Kleinigkeiten über den Ausgang des Spiels enstcheiden. Eine solche könnte zum Beispiel sein, dass der SV Beuren auf Matthias Martello verzichten muss. Er zog sich in Kressbronn durch ein Foul einen Kapsel- und Außenband-riss im Sprunggelenk zu. Weitere Spieler seien angeschlagen, so Mayer vor dem Mittwochabendtraining, ihr Einsatz sei noch ungewiss.

Eher eine für sein Team positive Auswirkung werde dagegen die gerade kassierte erste Saisonniederlage (1:4 in Kressbronn) haben, so der Trainer. "Es war klar, dass wir irgendwann verlieren, und ich habe nicht damit gerechnet, dass es so spät passieren würde. Daher sind wir zwar alle enttäuscht gewesen, aber nicht am Boden zerstört. Vielleicht kam die Niederlage ja zum richtigen Zeitpunkt, damit meine Spieler vor dem Derby merken, dass nichts von alleine läuft." Denn ein Grund für das 1:4 in Kressbronn sei gewesen, dass sein Team nach einer ganz starken Anfangsphase "zu wenig investiert" habe.

Stiller: "Wir sind Außenseiter"

Der "große" FC Isny also Favorit beim "kleinen" SV Beuren. Mitnichten, sagt der neue FCI-Trainer Simon Stiller. "Wir sind in Beuren Außenseiter und müssen eine überragende Leistung bringen, um wenigstens einen Punkt zu holen." Das zeugt von allerhöchstem Respekt vor dem Gegner, obwohl Stiller seine Mannschaft keineswegs klein reden will. Von der ist er nämlich voll und ganz überzeugt, nicht zuletzt, weil sie sich im ersten Spiel unter seiner Leitung (4:2 gegen Aulendorf) "willig und gierig" gezeigt habe: "Wir haben so viel Qualität, dass gegen einen mittelmäßigen Gegner, wie es zuletzt Aulendorf war, der Sieg nur ein Nebenprodukt ist – wenn alle Spieler 100 Prozent bringen."

"Unheimlich starkes Kollektiv"

Doch ein mittelmäßiger Gegner ist der SVB in Stillers Augen eben nicht. "Das ist eine super eingespielte Truppe, die als Kollektiv einfach unheimlich stark ist." Und nochmal werde Beuren nicht so einen schlechten Tag wie zuletzt bei der ersten Saisonniederlage in Kressbronn erwischen, ist der Isnyer überzeugt. Dieses 1:4 hat Stiller gesehen. Unverwundbar sei auch der SVB nicht, so seine Erkenntnis. "Kressbronn hat es vorgemacht, dass und wie Beuren zu knacken ist." So wie der SVB seine Stärken habe, habe er auch seine Schwächen. "Und die kenne ich", sagt Stiller, ohne in der Öffentlichkeit konkret werden zu wollen.

Einig sind sich beide Trainer in der Vorfreude auf das Frühschoppenderby. "Das wird ein richtig geiles Spiel", so Stiller. Und sein Kollege Marco Mayer ergänzt: "Für solche Spiele ist man Fußballer geworden."